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Montag, 13. Oktober 2008
6 x Kannibalen
Leichenschändung von alten Vexatori-Reviews, die erste.
Wie angekündigt werde ich ab jetzt immer mal wieder Texte meiner alten Website vexatori.de für diesen Blog hier überarbeiten, denn es wäre schade, wenn die ganzen Filmperlen in Vergessenheit geraten würden. Ich werde euch die Reviews in mundgerechten Häppchen präsentieren, immer eine Hand voll Filme zu einem bestimmten Thema. Den Anfang macht heute ein Subgenre des Horrorfilms, das sich offenbar vor allem im Italien der 70er und 80er großer Beliebtheit erfreute: der Kannibalenfilm. Er zeichnet sich in seiner klassischen Form vor allem durch vier Dinge aus: 1) Ausweidungs-Szenen. Das Spektrum reicht hierbei von verwerflichem Tiersnuff bis hin zu lustigem Currywurst-Gepansche. Wichtig: Mit dem Essen darf gespielt werden. 2) Exotische Schauplätze. In billigeren Produktionen darf es auch mal der klassische mitteleuropäische Mischwald sein, aber dann sollte zumindest ein ausgestopfter Papagei nicht fehlen um dies zu kaschieren. Man kann aber auch Aufnahmen aus Afrika einkaufen und dazwischen schneiden. 3) Wilde, schwarze Buschmänner. Wahlweise kann auch hier auf angemalte Weiße zurückgegriffen werden, hauptsache sie schaffen es möglichst böse dreinzuschauen und unzivilisiert um ein Lagerfeuer zu tanzen. 4) Gefangene, weiße Frauen. Oft müssen sie gefesselt mit ansehen wir ihre männlichen Begleiter verstümmelt und verspeist werden. Ihre Kleidung wird im Verlauf des Films zerrissen, damit man ihre Brüste besser sehen kann. Mit diesem Vorwissen möchte ich jetzt ein paar Worte zu sechs Kannibalenfilmen verlieren: Cannibal Holocaust Das besondere an dem Film ist allerdings, dass er sich nicht allein auf Blut und Entsetzen beschränkt sondern eine Botschaft hat: Die zivilisierten Menschen verhalten sich wie Wilde und sind die eigentlich Schuldigen an den grausamen Ereignissen die dann folgen. Ein weiterer interessanter Punkt ist die Kameraführung in einem Großteil des Films, die Blair Witch-ähnlich aus der Sicht eines verschollenen Filmteams zeigt, was sie erlebt haben. Man sieht wie das Filmteam Eingeborene schlecht behandelt um etwas spannendes vor die Linse zu bekommen, und wie diese sich dann irgendwann zur Wehr setzen. Man kann die Art der Darstellung sicher als innovativ für die damalige Zeit bezeichnen. "Cannibal Holocaust" ist zwar der anspruchsvollste Kannibalenfilm den ich bisher gesehen habe, aber trotzdem kann man ihn nicht uneingeschränkt empfehlen. Es ist definitiv keine leichte Kost und gilt zu recht als Klassiker unter denen, die sich für härtere Filme interessieren. Cannibal Ferox - Die Rache der Kannibalen Eine Anthropologin will durch eine Expedition beweisen, dass es keinen Kannibalismus gibt. Im Urwald trifft ihr kleines Team allerdings auf zwei Männer, die behaupten von Kannibalen angegriffen worden zu sein. Was dann kommt hat viel mit Blut und nackter Haut zu tun, und ist schon deutlich mehr auf das Mainstream Horror-Publikum ausgereichtet als "Cannibal Holocaust". Die Gewalt wirkt hier nicht abschreckend, sondern soll unterhalten. Der Film hat einige interessante Folterszenen für den geneigten Splatterfan zu bieten und auch wenn der Schluss vorhersehbar ist gehört er doch noch zu den besseren Kannibalenfilmen. Es gibt keine erwähnenswerten Längen und die Schauspieler sind auszuhalten. Wer Kannibalenfilme mag sollte ihn sich also ansehen - oder den Trailer, wenn man Zeit sparen möchte. Wer allerdings mit dem Genre an sich schon wenig anfangen kann verpasst nichts. Cannibal Terror Die Story sieht folgendermaßen aus: Die Tochter einer reichen Familie wird entführt und die Kidnapper fliehen mit ihr in den Kannibalen-verseuchten Dschungel - wohin auch sonst? Als ihnen dann die Familie hinterherreist kommt es zum Showdown zwischen Eltern, Kannibalen und Gangstern. Scheiße, ist der Film scheiße :-O Nicht dass er einfach nur schlecht wäre, er ist auch noch tot langweilig. Vor allem eine "Verfolgungsjagd" durch den Urwald am Ende, die sich ewig hinzieht. Und auch davor gibt es haufenweise Szenen bei denen man einfach nur den Kopf schütteln kann: Das dumme Mädchen, das anscheinend Spaß an der Entführung hat... die Vergewaltigung, bei der sich die Frau selber an den Fesseln festhält... die überflüssige Tanzszene der Entführer in der Hütte (bei der die Vergewaltigung dann vergessen ist)... die wenigen dilettantischen Kannibalen-fressen-Fleisch Szenen... und was soll diese Papierkatze??? Zu allem Überfluss hat man dem Film auch noch eine passende, weil skandalös schlechte deutsche Synchro beschert. Wäre das alles nicht so furchtbar langatmig erzählt könnte man ihn vielleicht an Trash-Freunde empfehlen, aber so kann ich das nicht guten Gewissens tun. Ehrlich... meidet diesen Film! Amazonas Wie gesagt, ein harter Horrorfilm ist das nicht, denn man hat versucht das ganze mit Humor zu würzen. Der ist allerdings nicht unbedingt von der anspruchsvollen Sorte, so dass er mehr nervt als unterhält. Die Schauspieler und selbst ihre Synchro sind zwar in Ordnung, aber dadurch dass sie wie Karrikaturen wirken kommt keine Spannung auf. Der Film empfiehlt sich höchstens für Liebhaber seichter Abenteuerkomödien und Kannibalenfilme mit niedrigem Ekelpotential (immerhin kann man ihm hoch anrechnen, dass es keinen Tiersnuff zu sehen gibt). Aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass irgendjemand wirklich Spaß daran haben könnte... da ist der nächste schon eher was. Cannibal! The Musical Erzählt wird die Geschichte des Goldgräbers Alfred Packer, der sich Ende des 19. Jahrhunderts mit einigen Männern auf den beschwerlichen Weg nach Colorado begibt. Statt Reichtum erwartet ihn eine Pechsträhne: Sein geliebtes Pferd Liane läuft weg, die anderen sterben und er wird des Kannibalismus angeklagt. Nur eine Reporterin interessiert sich dafür was wirklich passiert ist und will seine Unschuld beweisen, damit er nicht gehängt wird. Die Lieder gehen gleich ins Ohr, und da die Splatterszenen zrückhaltend eingesetzt werden ist der Film auch etwas für zartbesaitetere Gemüter, die bloß auf den South Park typischen Humor stehen, der hier schon zu erahnen ist. Einziges Manko dürfte sein, dass der Film stellenweise noch sehr amateurhaft wirkt, aber darüber kann man hinwegsehen, da es ihm wiederum eine persönliche Note verleiht. Zusammenfassend: Shpadoinkle! :) Anthropophagous 2000 Es geht um einige Urlauber, die in ein verlassendes Dorf geraten, wo ein Psychopath auf auf sie lauert. Er schnappt sich einen nach dem anderen und tötet seine Opfer nicht nur bestialisch, sondern verspeist sie dann auch noch. Grausam ist hier vor allem die Machart des Films, denn es handelt sich um einen typischen Amateur-Splatterfilm. Die armselige Video-Optik und der extrem miese Ton fallen einem zuerst auf. Man versteht das meiste was geredet wird kaum und müsste eigentlich ständig die Lautstärke verändern um halbwegs der Handlung folgen zu können. Aber die ist ja zum Glück nicht so wichtig, das entscheidende sind die Spläddaaa-Szenen, nicht wahr Kinder? Man erkennt zwar überdeutlich, dass nur Puppen dran glauben müssen, aber die übertrieben blutige Art wie das in Szene gesetzt wird entschädigt dafür ein wenig. Wenn dieses miese Machwerk in einer Kategorie punkten kann, dann bei der Gewaltdarstellung, aber wer mehr möchte soll bitte einen großen Bogen drum machen! Freitag, 2. März 2007
Brothers Grimm & Big Fish
Ich schreibe nicht zu jedem gesehenen Film etwas, aber die letzten beiden möchte ich jetzt doch kurz ansprechen. Beide drehen sich um Märchen, schwanken zwischen Phantasie und Wirklichkeit und stammen von berühmten Regisseuren, die mit diesen Themen gut klar kommen sollten.
Brothers Grimm Als ich vor 2 Jahren gelesen habe, dass Terry Gilliam eine düstere Grimm-Verfilmung plant war ich Feuer und Flamme, denn immerhin hat er an einigen meiner Lieblingsfilme mitgewirkt (Das Leben des Brian, 12 Monkeys) und damit bewiesen, dass er nicht nur verdammt lustig sein kann, sondern auch Sinn für ernstere Themen hat. Auf jeden Fall waren seine Filme immer etwas außergewöhnliches. Leider konnte er sich bei "Brothers Grimm" anscheinend nicht so wirklich entscheiden, denn der Film schwankt zwischen fieser Brutalität, kindischen Slapstick-Einlagen, ernsthaften Dialogen, absurd überzeichneten Charakteren und Geisterbahn-Special Effect-Gedöns. Es ist einer dieser Filme, die man als "typisch Hollywood" bezeichnen kann: man wird die ganze Zeit über auf hohem technischem Niveau auf Teufel komm raus unterhalten, aber es fehlt an Hirn und Originalität. Dabei ist die Story an sich sehr interessant, schon allein durch die vielen Märchen-Anspielungen. Man hätte auf das Rumgeblödel verzichten sollen und sich völlig auf die düstere Atmosphäre verlassen sollen, die der Film in seinen besten Szenen aufbaut. Wozu die lustigen Sidekicks? Wozu die peinlichen Sprüche? Wozu die Amerikanisierung der Namen (Will & Jack)? Ich würde das alles verstehen, wenn der Film auf Kinder und Jugendliche abzielen würde, aber dafür ist er an vielen Stellen wiederum zu brutal. Fazit: Trotz imposanter Optik und guter Schauspieler ist aus der guten Idee leider nur ein durchschnittlicher Film geworden, der sich selber nicht ernst genug nimmt. Gut um sich einen Abend lang zu unterhalten, aber nicht das was ich erwartet habe. Big Fish Dieser Film von Tim Burton ist eindeutig der gelungenere der beiden, weil hier alles konsequent zusammen passt. Er wirkt sehr fröhlich und optimistisch, und kann optisch ebenfalls beeindrucken. Die in Rückblenden erzählte Lebensgeschichte Blooms zieht einen in ihren Bann, weil sie unglaublich phantasievoll umgesetzt ist und man nie weiß, was als nächstes passiert. Teilweise klingt das ganze vielleicht etwas kitschig, aber im Film passt es perfekt zusammen. Wer auch nur ein bisschen was für schöne, phantasievolle und aufmunternde Geschichten übrig hat, sollte sich "Big Fish" nicht entgehen lassen. Fazit: Ein Film, den man mit einem Wort beschreiben kann: schön! Donnerstag, 2. August 2007
FFF 2007 - Tag 1
Hurra, es ist endlich wieder soweit! 8 Tage gerötete Augen, Dauer-Übermüdung, Mangelernährung und Kino-Mief. 8 Tage voller spannender Filmpremieren (zumindest für mich, denn ich kenne noch keinen einzigen ;)) aus aller Welt. Ja, das diesjährige Fantasy Filmfest hat gestern begonnen, und da ich mich diesmal das erste mal zu den nerdigen Dauerkarten-Besitzern zählen darf, habe ich mir vorgenommen meinen Rekord an Filmen zu brechen. Gestern hat der Spaß mit zwei sehr unterschiedlichen Exemplaren begonnen:
Black Sheep Der Humor kommt nicht zu kurz und die Charaktere fand ich alle sehr überzeugend. Einige Gags kamen mir zwar manchmal etwas unpassend vor, aber das ist tatsächlich der erste Film, in dem Furzwitze eine echte Daseinsberechtigung haben. Am Schluss ergibt alles einen Sinn ;) Fazit: Sehr unterhaltsamer Tierhorror-Funsplatter, der schon allein wegen der ungewöhnlichen Grundidee sehenswert ist und in dem viel Blut fließt. The Restless Der Film schwankt zwischen beeindruckendender Action und tragischer Liebesgeschichte. Dass die Kämpfe sehr abwechslungsreich sind und durch ruhigere Szenen unterbrochen werden hat mir an sich gut gefallen, aber einiges war mir dann doch etwas zu abgehoben ode rkitschig und man hätte es besser weglassen sollen. Aber das Problem habe ich bei vielen Filmen dieser Art, und da war dieser noch einer, den man gut ertragen konnte. Die guten Effekte sollten auch nicht unerwähnt bleiben, denn optisch ist "The Restless" ein echter Leckerbissen. Das reicht von wilden Kamerafahrten über die hübschen Hintergründe bis hin zu den Kostümen. Und am Ende bekommt man sogar eine Massenschlacht geboten, die Erinnerungen an "Der Herr der Ringe" aufkommen lässt. Fein, fein, dem Auge wird jedenfalls nicht langweilig :) Fazit: Eigentlich ist das nicht unbedingt mein Genre, aber dafür hat mir der Film gut gefallen. Man hätte aber doch ein paar Szenen kürzen können, und die Liebesgeschichte war zwar sehr rührend, aber der letzte Schliff hat gefehlt um wirklich mit den beiden mitfühlen zu können. Freitag, 3. August 2007
FFF 2007 - Tag 2
Der erste "richtige" Fantasy Filmfest-Tag bot für mich zwei eher durchschnittliche Filme, denen dann aber zwei echten Highlights folgten. Besser als andersrum ;)
Fair Play Leider besteht aber ein Großteil des Films aus nicht wirklich spannenden Sportarten, so dass es hier erst mal nur um die Dialoge geht. Auf die Dauer und auf französisch ist das etwas ermüdend. Zum Schluss kommt der Film dann allerdings doch noch in Fahrt, denn alle zusammen begeben sich auf einen abenteuerlichen Rafting-Trip, auf dem schon bald die Nerven blank liegen. Hätte man diesen Teil des Films noch mehr in den Vordergrund gestellt hätte mehr draus werden können. Fazit: nette Idee, aber man sollte sich darauf einstellen, dass der Film zum Großteil nur durch seine Dialoge interessant ist und sich seeehr viel Zeit nimmt. KM 31 "KM 31" ist kein schlechter Film, hat aber leider nichts zu bieten, was man nicht schon aus zig anderen (meistens asiatischen) Gruselfilmen kennt. Erschreckt habe ich mich nicht wirklich. Dazu kommt, dass bestimmte Szenen entweder sehr vorhersehbar - oder aber kaum nachvollziehbar sind. Was ihn doch noch zu einem durchschnittlichen Horrorfilm macht sind die düstere Atmosphäre, gute Schauspieler und die Tatsache, dass er wenigstens nicht langweilt. Fazit: Es gibt bessere Vertreter dieses Genres, so dass man sich diesen sparen kann. Wobei er nicht wirklich schlecht ist, er bietet halt nur nichts neues. All the Boys love Mandy Lane Wer schon ein paar Slasherfilme gesehen hat, weiß was ihn erwartet - feiernde Teenies werden blutig dezimiert. Das Genre wird also nicht neu erfunden, aber mir gefällt der Film, weil er es schafft nicht bloß alte Klischees abzuarbeiten, sondern auch viel neues bietet. Die Charaktere sind allesamt sehr eigen und irgendwie kann man mit ihnen tatsächlich mitfühlen. Schon allein dass die beliebte Mandy keine leicht bekleidete, dumme Schlampe ist ist erwähnenswert. Die Story bietet die eine oder andere große Überrschung, mit der man nicht gerechnet hätte. Und überhaupt wird der Film nie langweilig und weiß durchgehend zu unterhalten. Fazit: Ein Muss für Slasher-Fans, ich habe mich bestens unterhalten gefühlt. Botched Ich könnte jetzt viel schreiben, verkneife es mir aber, weil dieser Film denke ich lustiger ist, je weniger man vorher über ihn weiß. Nur soviel: Er strotzt nur so vor witzigen Einfällen, skurilen Charakteren und blutigen Effekten. Und er wird schon von vielen Besuchern nicht zu Unrecht als eines der großen Highlights dieses Jahr gefeiert. Fazit: schräg, witzig und böse. Sollte man nicht verpassen! Samstag, 4. August 2007
FFF 2007 - Tag 3
Heute habe ich leider nur zwei Filme gesehen, weil ich meinen seit ein paar Tagen toten Computer wiederbeleben musste. Aber dafür war ich das erste mal richtig fit im Kino, ausgeschlafen und ohne knurrenden Magen.
Disturbia Und trotzdem hat dieser Film unheimlich Spaß gemacht! Zuerst hatte ich einen düsteren Psychothriller erwartet, aber man kann bei dem Film über weite Strecken erstaunlich oft lachen. Das ist vor allem den drei Hauptdarstellern zu verdanken, die ihre Sache hervorragend machen und unheimlich sympathisch rüberkommen. Bei dem knuffigen Koreaner kann selbst Mandy Lane von gestern einpacken ;) Trotz des Humors bleibt die Spannung aber nicht auf der Strecke, und ich gestehe: ja, ich habe schon als Kind Geschichten geliebt, in denen Leute ausspioniert wurden (kennt noch jemand "Harriet: Spionage aller Art"?). Deshalb hat es mich nicht gestört, dass man eigentlich von Anfang an wusste, wie sich die Story entwickelt. Fazit: Ein Thriller, der auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten ist und eine alt bekannte Geschichte erzählt - dies aber sehr unterhaltsam! Man sollte ihm eine Chance geben. Perfect Creature Und trotzdem hat dieser Film keinen Spaß gemacht. Nein, so hart will ich eigentlich gar nicht sein... aber irgendwie wollte er mich nicht fesseln. Das mag zum einen an den Charakteren liegen, die sich große Mühe geben es mit ihrer deprimierenden Umgebung an Ausdruckslosigkeit aufzunehmen. Man fühlt nicht mit der Frau mit, wie sie erzählt, dass ihre gesamte Familie verschieden ist... und auch nicht mit dem Hauptcharakter, einem Vampir, der in seinen 100 Lebensjahren offensichtlich nur einen einzigen Gesichtsausdruck erlernt hat: prüfend den Kopf schräg zu halten, wenn er Gefahr wittert. Dazu kommt wie gesagt die sehr trostlose, wenn auch sehr genial in Szene gesetzte Stadt, bei der viel Wert auf Details gelegt wurde. Aber in dieser beeindruckenden Kulisse geht der Rest ein wenig unter. Fazit: Ein optisch beeindruckender Vampirfilm mit düsterer Atmosphäre, der einen aber leider nicht mitreißen kann. Finger weg. Sonntag, 5. August 2007
FFF 2007 - Tag 4
Und weiter geht es, die Hälfte ist geschafft.
Dead Silence Bevor ich's vergesse: Die Handlung dreht sich um eine vor vielen Jahren verstorbene Puppen-Bauerin, die als Geist wieder kehrt und ihre Opfer mit herausgerissener Zunge zurück lässt. Aber nur, wenn sie schreien- was angesichts des Auftretens der alten Dame nicht sehr verwunderlich ist. Am Schluss bekommt man noch einen netten Plottwist geboten, der mir aber leider ein wenig zu plump vorkam. Er ist schon irgendwie cool... aber er wertet den Film auch nicht noch mal auf. Fazit: Ein solcher Hit wie "Saw" wird dieser Film wohl nicht werden, weil er nichts komplett neues bietet. Ansehen sollten ihn sich Grusel-Fans trotzdem, denn er überzeugt mit durchgehender Spannung und einer sehr gelungene Atmosphäre. Und Puppen sind nun mal einfach böse, fragt Chucky. Cold Prey Der Film bietet ein nettes Setting und die Schauspieler sind auch okay. Er macht eigentlich nichts wirklich falsch... das Problem ist nur, dass die Story überhaupt nichts neues bietet und er extrem klischeebeladen ist. Wer schon mal einen Slasherfilm gesehen hat weiß also genau, was als nächstes passiert. Fazit: Es gibt einfach schon zu viele ähnliche Filme, und dieser versucht gar nicht erst durch innovative Ideen zu glänzen. Deshalb bleibt er leider nur mittelmäßig und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Mr Brooks Fazit: Ein Film, den man jedem nur ans Herz legen kann. Sehr zu empfehlen! Montag, 6. August 2007
FFF 2007 - Tag 5
Pan's Labyrinth
Aber genug rumgenörgelt, kommen wir zum Film an sich. Der war nämlich besser als ich befürchtet hatte. Es geht um ein Mädchen, das 1945 in Spanien lebt, und dessen Stiefvater ein grausamer Hauptmann ist. Während er Aufständige jagt und foltert verbringt sie ihre Zeit am liebsten mit Märchenbüchern, und findet tatsächlich einen Weg zu einer geheimnisvollen Fantasy-Welt. Was mir sehr gut gefallen hat war der (übrigens eindeutig im Vordergrund stehende) "reale" Part des Films. Die erbarmungslose Darstellung von Gewalt dürfte viele zart besaitete Zuschauer abgeschreckt haben, aber ich fand sie absolut gerechtfertigt, weil es damals nun mal so war. Im Kontrast dazu steht die zauberhafte Märchenwelt der Hauptdarstellerin, aber auch diese hat einiges an Ekel-Getier und furchteinflößenden Monstern zu bieten. Das bringt mich dann auch gleich zu meinem größten Kritikpunkt: Das Verhalten des Mädchens macht nicht immer Sinn, sie wirkt mal sehr clever, mal erschreckend dämlich (Stichwort: Essen). Und auch die Fantasy-Szenen konnten mich nicht immer überzeugen. Trotzdem habe ich es insgesamt nicht bereut den Film gesehen zu haben, denn er war mal etwas anderes und durchgehend spannend. Fazit: Sicher ist es Geschmackssache, aber man sollte dem Film eine Chance geben. Und nein, er ist definitiv nichts für Kinder. Storm Warning Es geht um ein Pärchen, das bei einem gemütlichen Angelausflug an der Küste in ein Unwetter gerät. Sie verirren sich und landen in einer abgelegenen Farm, die von einer Standard-Redneck-WG bewohnt wird (Pa und zwei Söhne). Wie man es aus solchen Filmen kennt mögen diese keine Fremden, sind schlecht erzogen, dreckig, bewaffnet und geil auf die Frau. Ärger ist also vorprogrammiert, allerdings hat man in diesem Film die seltene Ausgangssituation, dass es nur zwei potentielle Opfer gibt. Von daher wendet sich schnell das Blatt, und die beiden sind diejenigen, die mit ausgetüftelten Fallen und grober Gewalt zurückschlagen. Dann geht es sogar richtig splatterig zur Sache, was man bei dem sehr ruhigen Anfang gar nicht erwartet hätte. Fazit: Man kann den Film in zwei Hälften teilen: der Anfang ist sehr ruhig, schon fast einschläfernd. Gegen Ende gibt er aber mächtig Gas, es fließt viel Blut und die Spannung steigt bis zum Finale an. Insgesamt guter Durchschnitt, nur für Genre-Fans ein Tipp. The Signal Dieser Film wurde in 3 Akte unterteilt, die von 3 verschiedenen Regisseuren umgesetzt wurden. Dabei ist der erste Part sehr spannend und verstörend, der 2. auf eine morbide Art lustig und der dritte... ja, der dritte ist wohl leider etwas schwach geraten. Hier wird versucht, dem ganzen einen verwirrenden Schluss zu verpassen, aber er wird nur langweilig. Sehr schade... hätte Regisseur 1 den Schluss übernommen wäre bestimmt eine rundere Sache daraus geworden. Fazit: Abgesehen von dem etwas mauen Ende hat mir der Film gut gefallen. Wer "28 Days later" mochte sollte ihn sich nicht entgehen lassen. I'm a Cyborg but that's okay Diese koreanische Tragik-Komödie spielt so gut wie ausschließlich in der Anstalt, und die Insassen sind sehr schräge, aber gleichzeitig auch sympathische Charaktere. Einige Szenen spielen in ihrer Phantasiewelt, und das verleiht dem Film einen ganz eigenen Charme. Leider fand ich aber, dass sich der Anfang etwas gezogen hat... man bräuchte eigentlich etwas, um sich an das "verrückte" Szenario zu gewöhnen, stattdessen wird man aber mitten rein geworfen. Nachdem man sich daran gewöhnt hat macht der Film aber unheimlich Spaß und die Liebesgeschichte die sich irgendwann entwickelt ist unheimlich rührend. Und dann... tja, dann ist plötzlich Ende. Das ist mein zweiter großer Kritikpunkt: am Schluss hätte ich mir zumindest noch eine kleine Szene gewünscht, in der man erfährt, ob der "Cyborg" bei seinem letzten Vorhaben festhält oder nicht. Fazit: Ein ungewöhnlicher, aber sehr schöner Film. Dienstag, 7. August 2007
FFF 2007 - Tag 6
Fido
Der Film spielt in einer beschaulichen 50er Jahre Kleinstadt (sehr liebevoll in Szene gesetzt!), jedoch ist nach den verheerenden Zombie-Kriegen das ganze Land voller Untoter. Die Firma "Zomcon" sorgt für Sicherheit, indem sie die Zombies von der Stadt fern hält und sogar Halsbänder entwickelt, die ihren Killerinstinkt blockieren. Die auf diese Weise gezähmten Haus-Zombies sind beliebte Statussymbole in der Nachbarschaft, und so schaffen sich auch die Robinsons einen an. Der kleine Sohn der Familie schließt mit ihm Freundschaft und gibt ihm den Namen "Fido". Aber als das Halsband ausfällt begeht Fido einen folgenschweren Fehler... Man kann diesen Film ein bißchen mit "Shaun of the Dead" vergleichen, wobei dieser mir durch seinen typisch britischen Charme noch eine Spur besser gefallen hat. An Fido ist alles wie geleckt, und man hat ständig das Gefühl, eine gute Hollywood-Komödie zu sehen. Allerdings muss das nichts schlechtes sein und es gibt glücklicherweise genug Szenen, die sich trauen schön böse zu sein. Dann kommt noch die sehr gelungene Satire auf die oberflächliche Kleinstadt-Idylle hinzu. Genug zu lachen gibt es also allemal, so dass es nicht weiter stört, dass dafür der Blutgehalt im Vergleich zu anderen Zombiefilmen sehr gering ausfällt. Fazit: Eine sympsthische, massentaugliche Zombiekomödie im hübschen 50er Jahre Look. The dark Hour Der Film spielt fast ausschließlich unter der Erde, und wirkt dadurch sehr düster. Allerdings frage ich mich, wozu man "Zombies" und Geister braucht - eins von beidem hätte völlig gereicht, und ich werde den Eindruck nicht los, dass man auf diese Weise die etwas maue Story aufpeppen wollte. Denn viel passiert nicht unbedingt, es wird mehr geredet als gekämpft. Logikfehler gibt es auch so einige, beispielsweise wird das Virus angeblich durch eine bloße Berührung übertragen. Das hindert unsere erfahrenen Helden aber nicht daran, sich mit ihren Gewehren lustig durch eine ganze Gruppe Infizierter zu splattern, ohne nennenswerten Schutz vor dem herumspritzenden Blut. Naajaa. Was mir dann aber gut gefallen hat, war das Ende, weil es wirklich überraschend kam. Fazit: Zieht sich leider etwas und man hätte sich die titelgebende Geistergeschichte sparen können. Mittelmaß. Premonition Die Grundideee hat mir gefallen. Auch die Umsetzung war völlig in Ordnung (mal von den 2, 3 lächerlichen "Schock"-Sequenzen abgesehen *gähn*). Aber irgendwie wusste man das meiste schon bevor es im Film gezeigt wurde... und dann gab es zu allem Überfluss noch ein unbefriedigendes Ende obendrauf, das vorne und hinten nicht gepasst hat. Die vorletzte Szene war gut, aber die allerletzte hätte man sich nicht nur sparen können, sondern sie wirft auch die Frage auf, was denn bitte dazwischen passiert ist. Der Film hat mich zwar ganz gut unterhalten, aber durch diese Negativpunkte erreicht er leider bei weitem nicht die Klasse von beispielsweise "The Butterfly Effect". Wenn man einen solchen Film dreht, dann sollte er auch von vorne bis hinten gut durchdacht sein und den Zuschauer mit einem gelungenen Ende für seine Denk-Mühen belohnen. Fazit: Wer solche Filme mag kann ihn sich ruhig ansehen, aber mit nicht all zu hohen Erwatungen. Stuck Eine junge Krankenschwester fährt unter Drogen einen Obdachlosen an, der schwer verletzt in ihrer Windschutzscheibe stecken bleibt. Aus Angst um ihre bevorstehende Beförderung versteckt sie ihn samt Wagen in ihrer Garage ohne Hilfe zu holen. Zugegeben, die Geschichte hätte man auch in einem Kurzfilm verarbeiten können. Und das Verhalten der Personen ist dermaßen unmenschlich, dass man den Film trotz seines (meistens) ernsten Tons nicht ernst nehmen kann. Er stellt völlig überzogen dar, wie es in unserer Gesellschaft um Hilfsbereitschaft bestellt ist, allerdings ohne erhobenen Zeigefinger, sondern stattdessen mit viel Blut. Das unterhält gut und man leidet richtig mit dem vom Pech verfolgten Opfer mit. Das ständige hin und her zwischen Humor und Ernsthaftigkeit kann einen zwar irritieren, aber im großen und ganzen fand ich den Film klasse, und wer sich an lustigen Gewaltszenen erfreuen kann wird garantiert seinen Spaß haben. Fazit: Ein fieser kleiner Film, der gut zu unterhalten weiß.
FFF 2007 - Tag 7
Heute habe ich dann doch gemerkt, dass ich langsam ziemlich fertig bin und habe deshalb den 4. Film (The Lookout) sausen lassen. Hoffentlich war das kein zu große Fehler, abes ging einfach nicht mehr... und man sollte sich schließlich nicht quälen ;)
Bei den drei heutigen Filmen habe ich sehr gemische Gefühle. Der erste war sehr simpel, aber effektiv. Der zweite ein klassischer Spukhaus-Film. Der dritte sehr überraschend. Black Water Heute morgen hätte ich noch nicht erwartet, dass dies mein Lieblingsfilm dieses Tages wird. Die Story ist extrem simpel, er spielt hauptsächlich auf dem Baum im Wasser und es kommen eigentlich nur 3 Personen vor (+ eine vierte als Appetitanreger). Das klingt jetzt öde, und ich muss im Nachhinein an Open Water denken, ohne diesen bisher gesehen zu haben. Seine simple Ausgangssituation nutzt der Film aber hervorragend, denn man kann sich sehr gut in die Charaktere hinein versetzen und es bleibt durchgehend spannend. Der Horror wird durch die ständige Anwesenheit des Krokodils erzeugt, ohne dass dies eine mutierte Giganto-Echse ist wie in vielen anderen Tierhorrorfilmen. Braucht es auch gar nicht zu sein, denn es ist so schon furchteinflößend genug. Und zu guter Letzt rechne ich dem Film noch hoch an, dass er sehr gnadenlos bei der Wahl seiner Opfer ist. Man kann wirklich nicht vorhersagen, wer als nächstes gefressen wird - und möchte es auch eigentlich gar nicht, weil man tatsächlich Mitleid empfindet. Fazit: Erstaunlich realitätsnaher Killerkrokodil-Film, der sich wohltuend von anderen Vertretern dieses Genres abhebt. Ja, ich habe schon viel zu viele gesehen... The Messengers Soweit, so klischeehaft. Auch bei den Schockeffekten ging man nach alt bewehrtem Schema vor: man sieht, dass gleich etwas passiert (z.B. liegt da ein toter Vogel, nach dem das Mädchen die Hand ausstreckt), die Musik wird lauter, noch lauter - und dann passiert es (er fliegt weg). Richtige Profis könnten das Publikum auch erschrecken, ohne es durch die Lautstärke kund tun zu müssen. Aber naja... Klischees hin oder her, der Film ist spannend, wirkt aus einem Guss und das Ende hat mir gut gefallen. Fazit: Ordentlich umgesetzte Spukhaus-Story, wer sich leicht erschrecken lässt wird seine Freude an dem Film haben. Ansonsten kein Pflichtfilm. The Deaths of Ian Stone Ich will hier nicht mehr verraten, denn der Film hat eine Richtung eingeschlagen, die mich total überrascht hat. Hut ab, das hat "Premonition" trotz vergleichbarer Ausgangssituation nicht geschafft! Leider ebbt "The Deaths of Ian Stone" aber zum Ende hin deutlich ab... die Fäden werden nicht alle zusammengeführt und den Matrix-Latex-Look KANN ich einfach nicht mehr sehen! Mit einem mal wirkte der Film auf mich ziemlich billig. Und das ist echt schade, weil er mir über weite Strecken hinweg wirklich gut gefallen hat. Womöglich waren die Macher ja zum Schluss mit ihrer eigenen Story überfordert und wussten nicht, wie sie sie zu einem passenden Abschluss bringen sollten. Fazit: Überraschend, interessant, aber gegen Ende hin hat mir der Film dann nicht mehr so gut gefallen. Donnerstag, 9. August 2007
FFF 2007 - Tag 8
Es ist vollbracht, das Fantasy Filmfest 2007 ist überstanden, und ich habe diesmal tatsächlich alles gesehen, was ich sehen wollte (bis auf die Spätvorstellungen halt, weil dann keine U-Bahn mehr fährt).
Insgesamt hat mir das programm dieses Jahr sehr gut gefallen. Es gab kein Über-Highlight, aber sehr viele gute Filme und kaum Gurken. Meine Favoriten (und gleichzeiitg Empfehlungen): Botched, Mr Brooks, All the Boys love Mandy Lane, Black Sheep, Black Water, Disturbia, Fido, Dead Silence, I'm a Cyborg, but that's OK, Live! und Stuck. Aber ich habe ja noch die letzten Filme zu besrpechen... Live! Ein völlig neues Spielshow-Konzept soll das Fernsehen revolutionieren, und ein Dokumentarfilmer zeigt uns wie es sich von der ersten Idee bis zur Ausstrahlung entwickelt. Dabei folgt er einer Programmchefin, die ihre Show mit allen Mitteln durchsetzen möchte: Russisch Roulette zur Primetime! 6 Kandidaten sollen sich live im Fernsehen dem Tod stellen, und die Überlebenden gewinnen 5 Millionen $. Moralische Bedenken werden gekonnt bei Seite gewischt. Die Idee zu "Live!" ist nicht neu, man denke nur an "Running Man". Allerdings wird sie hier so realitätsnah umgesetzt (nicht nur durch den Dokumentar-Stil), dass es einem kalt den Rücken runterläuft. Man hat das Gefühl, dass das alles sich genau so tatsächlich bald abspielen könnte. Dazu tragen vor allem die Reality TV-Klischees bei, die hier munter eingesetzt werden: von den gestellt-emotionalen Videoclips über die Kandidaten bis hin zur musikalischen Untermalung. Zu dieser Realitätsnähe kommt aber noch die Tatsache, dass der Film tatsächlich spannend ist. Man will unbedingt wissen, ob die Show ausgestrahlt wird, und als es dann tatsächlich so weit ist ertappt man sich dabei, wie man selber mitfiebert. Letztendlich gibt es wahrscheinlich noch intelligentere und subtilere Filme dieser Art, aber mich konnte "Live!" durchgehend fesseln. Fazit: Spannende Mediensatire, die erschreckend realitätsnah wirkt. Yo-Yo Girl Cop Ich hätte mir gewünscht, dass der Film durchgehend so abgedreht wäre wie am Schluss. Leider nimmt er sich aber über weite Strecken viel zu ernst, was dem ganzen etwas den Spaß nimmt. Echte Yo-Yo-Action bekommt man viel zu selten geboten, und weil sie Story wenn man sie ernst nimmt nicht viel her gibt bleibt unterm Strich nur Durchschnittskost übrig. Selbst die zahlreichen Bomben wirken alle etwas mickrig. Meine absolute Lieblingsszene soll aber nicht unerwähnt bleiben: Als sich unser Yo-Yo Cop und der Bösewicht im Finale gegenüber stehen, zieht er sich mit einer dramatischen Bewegung eine Perücke herunter. Er war also die ganze Zeit verkleidet! Und oh Schreck - darunter ist er blond! Ob Japaner nun blonde Haare für ein Symbol des Bösen halten weiß ich nicht, aber diese Szene war so schön absurd, dass ich mir gewünscht hätte, der Film hätte mehr in der Art zu bieten. Fazit: Mann kann die Story unmöglich erst nehmen, aber sie ist leider die meiste Zeit über nicht trashig genug umgesetzt, um richtig zu unterhalten. Joshua Der Film ist eher ruhig aufgebaut und setzt nicht auf vordergründigen Horror. Vielmehr ist man bis zu letzt hin und her gerissen, ob der Junge nun tatsächlich böse ist, oder ob ihm unrecht getan wird und das alles nur Einbildung ist. Dabei muss ich dem kleinen Schauspieler zu Gute halten, dass er sehr überzeugend ist - egal ob liebenswert oder zwielichtig. Als einen wirklichen Top-Film habe ich "Joshua" allerdings trotzdem nicht empfunden. Dafür lässt sich der Horror dann doch zu viel Zeit und viel neues bietet die Geschichte nicht. Verblichene Haustiere und mysteriöse Unfälle gehören zu den Standard-Klischees mit denen man in solchen Filmen eh rechnet. Fazit: Relativ harmloser Film, dessen Hauptdarsteller aber zu überzeugen weiß. Unrest Ich hatte vorher gelesen, dass für diesen Film echte Leichen verwendet wurden, und tatsächlich hat das sehr dazubegetragen, dass ich mich bei den ersten Szenen profilaktisch achon mal vorgeekelt habe. Man gewöhnt sich aber genauso schnell an die wenig appetitlichen Toten wie die Medizin-Studenten. Was bleibt dann noch? Vor allem die bedrohliche Atmosphäre, die durch den Schauplatz des Films erzeugt wird, denn er spielt bis zuletzt nur in kalten Krankenhausgängen und den Obuktionsräumen. Das ist sein großer Pluspunkt. Eine besonders eindringliche Szene ist die mit dem Leichen-Aufbewahrungs-Tank, allerdings merkt man hier auch sehr deutlich, wie unlogisch der Film manchmal wird - wer würde da denn bitte freiwillig reinspringen?! Und bei de Geister-Effekten und Morden hält sich der Film ebenfalls ziemlich zurück. Fazit: Der Film ist okay, aber nichts überragendes. Das beste sind tatsächlich die Leichen (egal ob echt oder unecht), weil sie sehr zur Atmosphäre beitragen.
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